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Der Klub der toten und lebenden Verräter

Ein Verräter kann meistens nur derjenige sein, der dem Verratenen sehr nahe steht. Das beste Beispiel ist immer wieder Judas, der ein intimer Jünger des Christus Jesus war. Wer war der eigentliche Verräter Rudolf Steiners? Es war sein Nachfolger: ALBERT STEFFEN. Albert Steffen hatte einige Sympathisanten im Schlepptau, dessen intelligenteste wohl Günther Wachsmuth und Heinrich Leiste waren. In anderen Worten: die Verräter Rudolf Steiners rekrutierten sich aus der intelligentesten Elite der damaligen anthroposophischen Bewegung. Das ist in soweit ein Trost, als man nicht auf die primitive Karma- Schublade der Alltags–Gosse zurückzugreifen muss, woraus sich die heutige Schicht der Verräter rekrutiert, angefangen von Info3, über die Redaktion des Goetheanums bis hin zu den aktuellen Vorstandsmitgliedern und den Führern ihrer Scheinopposition.

Der eigentliche Höhepunkt der Kastration Rudolf Steiners in seiner Bedeutung als Geistiger Führer der 1923 gegründeten Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft wurde 1941 endgültig kanonisiert durch Heinrich Leiste in der Schrift "Anthroposophie und Anthroposophische Gesellschaft". Vorbereitet wurde das alles aber schon viel früher, wahrscheinlich schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten, was sich aus einer Tagebuch–Notiz Albert Steffens von 1935 nachvollziehen lässt: "Aber wir in Dornach sind nicht dazu da, Lehrstühle für Dr. Steiners Erkenntnisse einzurichten, sondern selbst zu erkennen und zu schaffen. Die Geistige Welt wandelt sich, und mit ihr die Werke, die aus der Schau derselben geschaffen werden. Das Eingeständnis des Nicht–Erkennen-Könnens (das heißt die Behauptung, Rudolf Steiner wäre der einzige Geistesforscher) würde das Ende von Dornach sein …"

Hier strahlt er hervor, der Neid und die Eitelkeit, der wohl schon in Jahren davor gegoren hat, dann auftretend in verbal maskierter Hassform. Hinter den Kulissen wurde dieser Verrat an Rudolf Steiner rein formell schon mit dem 8.2.1925 unter Federführung Günther Wachsmuths dingfest gemacht, in dem er einfach über die Köpfe der Mitglieder hinweg eine der vier Unterabteilungen der 1923 neu gegründeten Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, nämlich den Verein des Goetheanums, zur eigentlichen Hauptgesellschaft machte. Rudolf Steiner lag daran, innerhalb der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft vier von einander unabhängige Unterabteilungen zu begründen, wozu unter anderem der Verein des Goetheanums gehörte, der als ein eigenständiger Verein, eines der vier Glieder der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft werden sollte. Er sollte aber auf gar keinen Fall die Funktion der Allgemeinen Weltgesellschaft übernehmen.

Mit Unterabteilungen meinte Rudolf Steiner "Gruppen", die sich ganz besondere Aufgaben stellen und deshalb durch Vorstandsmitglieder der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft von Weihnachten 1923 geleitet wurden. Wie Wachsmuth und Steffen versucht haben, das in eine persönliche Machtstruktur umzuwandeln, liest sich ja nicht erst seit heute wie ein Krimi. Der Impuls Rudolf Steiners eine offene Weltgesellschaft zu begründen, wurde im Prinzip torpediert, um in eine atavistische Macht–Bestimmungs- Struktur transformiert zu werden.

Warum Rudolf Steiner Wert darauf legte in der Neubegründung der Gesellschaft 1923 die führenden Rollen zu übernehmen, lag eben an seiner Kompetenz. Er hat dies von vornherein zur Diskussion und Abstimmung gestellt, und erhielt die Zustimmung. Steffen muss das wohl nicht behagt haben, da er sich wohl selbst als einen gleichwertigen Okkultisten verstanden hat, aber es eben nicht war. Steffen und auch Leiste haben nie den blassesten Schimmer einer Ahnung gehabt, mit wem sie es eigentlich zu tun hatten. Dies wurde ihnen aber rechtzeitig von Karl Ballmer mitgeteilt, der dann auch flugs quasi exkommuniziert wurde. Diese Exkommunikation fand eben statt durch die erwähnte Schrift Leistes "Anthroposophie und Anthroposophische Gesellschaft", eine Schrift, die ihren heutigen fortsetzenden Repräsentanten in Bodo von Plato gefunden hat.

Diese alten Esoteriker angefangen bei Steffen, begleitet durch Herman Leiste und fortgesetzt bis hin zu den modernen Möchtegerne Esoterikern Bodo von Plato und Prokofieff setzten und setzen ihre Eitelkeit und Anmaßung dazu ein, jedes saubere und rechtschaffende Studium der Anthroposophie zu verhindern. Diese Art von Menschen messen ihrer eigenen schöpferischen Befähigung eine unfassbare Bedeutsamkeit bei in Ansehung der überwältigen Größe des Werkes Rudolf Steiners, ja diese Figuren schoben und schieben sich noch immer als Parasiten vor das Werk Rudolf Steiners.

Der Unterschied zu "Gestern" liegt darin, dass sich die Heutigen eine "mordorische" Gefolgschaft an Lakaien und Speichelleckern aufgebaut haben. Der daraus resultierende und gepflegte Dilettantismus ist die Katastrophe der Gesellschaft, die in Wahrheit aufgehört hat, als die von Rudolf Steiner gestiftete weltweite Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft, eine geistige Wirklichkeit zu sein.

Wolfgang Schumacher, 13. August 2005

Nachtrag:

Die Kontinuität des Verrates

In seiner Rede 2002 vor der französischen Landesgesellschaft in Verriéres-Le–Buisson, spricht Bodo von Plato von dem Gefühl des Selbstverlustes im Umgang mit dem Werk Rudolf Steiners. Er empfiehlt den Anthroposophen bzw. allen Menschen, die sich mit Anthroposophie beschäftigen, Rudolf Steiner nicht zu überwerten, sondern sich im Werte und Gefühle des eigenen Alltags-Normal-Üblichkeits-Selbst positiv zu orientieren, damit keine Form von Selbstwertverlust auftrete.

Zitat Bodo von Platos: "Ich komme auf den Begriff des SICH ERNSTNEHMENS zurück, ihren Blick auf die großen Persönlichkeiten zu richten, die Anthroposophen im besonderen, ihn auf Rudolf Steiner zu richten - denn er war groß, er ist groß. und das ist gut so. Das ist recht so. Aber deshalb heißt das irgendwo, dass man sich selbst nicht ernst nimmt. Man identifiziert sich mit jemand anderem, mit jemandem, den man für groß hält. Das ist an sich vielleicht noch nicht allzu schlimm, doch es bedeutet auch und vor allem, dass man auch den anderen, der neben uns ist, nicht ernst nimmt! Und da liegt das Problem! und ich glaube, dass viele Menschen, die die Notwendigkeit verspüren. diesen anderen Teil der Bewusstseinseele zu gebären… darunter leiden, dies nicht zu schaffen, denn sie nehmen sich in Wirklichkeit nicht genügend ernst, sie nehmen auch den anderen nicht ernst, sie bleiben auf die Helden fixiert..."

Zitat Bodo von Platos aus seinem in der Zeitschrift EUROPÄER veröffentlichten Brief an Herrn G. Michael Krüger: "Sehen Sie, es ging mir in der Darstellung in erster Linie um zweierlei: Rudolf Steiner davon zu befreien, immer in allem die reine Wahrheit und nichts als die Wahrheit gesagt haben zu müssen, was die Anthroposophen zu einer jüngerhaften Haltung der Unselbständigkeit tendieren lässt. Urteile im Hinblick auf den 1. Weltkrieg müssen heute neu gesehen werden. Markus Osterrieder arbeitet zur gegenwärtig an einer entsprechenden wissenschaftlichen Studie im Auftrag der deutschen Landesgesellschaft." Und Bodo von Plato in einem Brief an Michael Krüger: "Wenn Sie das Vortragswerks Steiners lesen, wird Ihnen gewiss ebenfalls sein gelegentlich leidenschaftlicher, bisweilen polemischer Stil auffallen. Urteile im Hinblick auf den ersten Weltkrieg müssen heute neu gesehen werden."

Also, Herr Bodo von Plato stellt sich mindestens auf das Niveau Rudolf Steiners, indem er selber im Vollbesitz der Wahrheit sich wähnend, ihn quasi beim Unwahrheit sagen erwischt zu haben glaubt.

16. August 2005

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