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 Georg Friedrich Daumer

Briefe an seine Nichte Helene

Im Zusammenhang mit seinem Wirken für den Nürnberger Findling Kaspar Hauser geniesst Georg Friedrich Daumer einen grossen Bekanntheitsgrad. Kaum bekannt ist, dass Daumer der führende Kulturträger seiner Zeit sein sollte. „Ein in jeder Hinsicht erschöpfendes Buch über das Werk G. F. Daumers liefe auf eine Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts hinaus“, schrieb Karlhans Kluncker in seiner Würdigung aus dem Jahre 1984. Die geistige Gesinnung G. F. Daumers kann auch am Gegensatz zu seinem Zeitgenossen Karl Marx abgelesen werden. Er wirkte in enthüllender Weise gegen jene Kräfte, die Marx & Konsorten förderten und ihn, Daumer, isoliert haben und die Veröffentlichung seiner Arbeiten zu verhindern suchten. „Von London aus hatte mich die rote Partei, Karl Marx an der Spitze, für den allerelendsten Spiessbürger und Nürnberger Philister erklärt“, schreibt Daumer in einem seiner Briefe.

Daumer kämpfte zeitlebens gegen „geistlosen Materialismus“ und „herzlosen Egoismus“. Seine Notlage zwang ihn schliesslich zu einer Annäherung an die katholische Kirche, die ihm – kirchlich zensurierte – Publikationen ermöglichte. Er argumentierte dazu: „Ich bin ein Heide, und da es heutzutage kein Heidentum mehr gibt, als das in christlicher Form ausgeprägte des Katholizismus, so musste ich Katholik werden“, oder: es war ein praktisches Experiment, das „mein Inneres ganz unangetastet liess“.

Jahrzehntelang tauschte sich Daumer mit seiner Nichte Helene über seine Ideen aus. Helene war vermutlich sein einziger wirklich wesens-verwandter und entsprechend hochgeschätzter Gesprächspartner.

Einige seiner Briefe an Helene wurden Anfang des 20. Jahrhunderts in den Süddeutschen Monatsheften (1913/1914) veröffentlicht, weitere meist völlig unbekannte erscheinen hier erstmals in dieser vollständigen Briefsammlung.  

2009, 151 Seiten, Fr. 22.-, € 19.-, ISBN 978-3-906712-41-3

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